Andacht

Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt – und hofft auf ihn.“ (EG Nr. 508)

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

die obige Zeile ist der Refrain des Liedes „Wir pflügen und wir streuen“. Ich mag dieses Lied besonders gern, weil es das Miteinander von Gott und Mensch, von Schöpfer und Schöpfung, von Himmel und Erde, in wunderbaren Worten beschreibt. Da heißt es: Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand. Gott ist in seiner Schöpfung auch heute noch am Werk, ganz ohne Frage. Doch er will seine/unsere Welt nicht allein erhalten, und da, wo es nötig ist, zum Guten verändern. Er will es mit uns Menschen zusammen tun. Wir sind Gottes Hände und Füße, wenn wir bereit sind, uns darauf einzulassen. So wird z.B. ganz sicher Freude im Himmel sein, wenn Sie oder ich an diesen warmen Tagen eine volle Gießkanne zur Hand nehmen, und dem Baum an der Straße das zu seinem Leben nötige Wasser bringen. Oder wenn wir als Gemeinde unser Totholz im Garten nicht entsorgen lassen, sondern es stapeln und dadurch eine Heimat für viele Insekten und Käfer schaffen. Oder wenn Menschen überall auf der Welt nicht aufgeben, zu säen und zu pflanzen, auch wenn trotz aller Pflege manche Ernte enttäuschend war. Ich bin überzeugt, dass Gott sich auch darüber freut, wenn immer mehr Hände die reichhaltigen „Lebens-Mittel“ nicht verschwenden – sondern sorgsam mit diesen Ressourcen umgehen und sie auch miteinander teilen.

 

Matthias Claudius bringt mit den Zeilen seines Liedes nicht weniger als seinen Glauben zum Ausdruck. Seinen Glauben an einen Schöpfergott, und auch an einen Beziehungsgott. „… Es geht durch unsere Hände, kommt aber her von Gott.“ Für M. Claudius ist unser Gott die Quelle allen Lebens, und der Geber aller Gaben.Und einGott, der seinen Geschöpfen diese Gaben schenkt. Wir haben allen Grund, ihm für diese wundervolle Vielfalt zu danken, ihn dafür zu loben und zu ehren. Aber wir haben auch gleichzeitig neben der Gabe die Aufgabe; die Verantwortung, uns für den Erhalt der göttlichen Vielfalt einzusetzen, so gut wir können. Wie gesagt, wir sind Gottes Partner, seine Hände und Füße. Gottes Schöpfungsplan hatte ganz sicher kein schlechtes Klima vorgesehen, und auch keine ungerechte Verteilung seiner Gaben. Denn Gottes Gedanke war es, dass alleLebewesen das haben, was sie zum Leben brauchen: Denn er hatte eine wunderschöne, üppige Welt geschaffen, genügend Ressourcen für alle Bedürfnisse. Eine starke Welt, die zugleich so zerbrechlich ist, wie wir es alle in unserer Zeit erleben.

 

In wenigen Tagen feiern wir wieder gemeinsam das Erntedankfest in unseren Kirchen. Wieder tragen wir alle Gaben zusammen, wieder werden wir den Altar schmücken und wieder werden wir miteinander Lieder des Dankes und der Freude anstimmen. Und am Ende – werden wir wieder unsere Gaben an bedürftige Menschen weitergeben – um ihnen die Liebe Gottes – im wahrsten Sinne – in die Hände zu legen. Diese bedingungslose Liebe, die ihnen in gleichem Maße gilt wie uns selbst.

Ich möchte Sie daher heute einladen, zum diesjährigen Erntedank-Gottesdienst viele Gaben für den Altar und für unsere Nächsten zusammen zu tragen. Aus Dank an unseren großen Gott!

 

Und lassen Sie uns voll Freude und Glauben mit Mathias Claudius zur Ehre Gottes singen: „…drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt - und hofft auf ihn.“

Ich wünsche Ihnen gesegnete Herbsttage!

Ihre Pfarrerin Ute Pfeiffer

 

 

 

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