Andacht zu Himmelfahrt – Johannes 16

„Jetzt ist er weg.“ Leise dringt die Stimme durch das herrschende Schweigen. „Ja“, murmelt ein anderer. Die kleine Gruppe von Freunden blickt gen Himmel. Mit sorgenvollem Blick. Mit traurigem Blick. Ja, sogar mit ängstlichem Blick. Niemand lächelt.

 

„Wir sollten gehen“, schlägt der Vernünftige unter ihnen vor, „hier zu bleiben, bringt doch nichts.“ Zustimmend nicken die anderen und gehen langsam in Richtung Stadt. Dabei ist ihnen nicht nach Trubel zumute. Und schon gar nicht nach dem Hohn der Ich-hab´s-ja-gewusst-Sager. Auf dem Weg sagt einer: „Also hatten die anderen doch Recht.“ Fragende Blicke der anderen. Er fährt fort: „Sie hatten Recht, dass sich nichts ändern würde. Die Menschen sind wie sie sind. Und einen Gott, Der in die Geschichte der Menschen eingreift, Den gibt es eben nicht!“

 

Der Freund neben ihm seufzt. Er mag diese Schwarzmalerei nicht und die nicht enden wollende Skepsis. Aber er bleibt still, denn heute hat er dem nichts entgegenzusetzen. Diesmal scheinen die Skeptiker doch im Recht zu sein.

 

Ein dritter mischt sich ein. Es ist der Frohgemute unter ihnen. Einer, der in vielen Situationen Hoffnung schöpfen kann. Er antwortet: „Das kann man so nicht sagen, finde ich. Gott hat doch schon eine Menge getan. Gerade in den letzten Wochen. Er hat Kranke geheilt und Traurige getröstet. Und Er hat dafür gesorgt, dass wir noch leben. Trotz dieser bedrängenden Zeit.“

 

„Aber jetzt ist Er weg“, ereifert sich der Skeptiker.

„So ein Unsinn. Warum sollte Gott weg sein?“

„Du hast es doch gesehen. Gerade eben. In den Himmel aufgefahren. Und wir hier können jetzt zusehen, wie wir klarkommen.“

Der Frohgemute blickt zu den anderen. „Denkt ihr das auch?“

 

Blicke kreuzen sich, andere sehen zu Boden oder weichen aus. Der Frohgemute bleibt stehen. „Das kann nicht euer Ernst sein! Das könnt ihr doch nicht wirklich glauben“, sagt er.

Immer noch Schweigen. Die Augen des Frohgemuten gehen von einem zum anderen und bleiben schließlich bei einem stehen: „Was ist mit dir? Du bist unser Fels. Was glaubst du?“

 

Der Angesprochene überlegt kurz, bevor er antwortet: „Ich glaube, dass Jesus der Heilige Gottes ist und, dass er uns Worte ewigen Lebens gegeben hat.“

„Genau, und weiter?“

Der Fels-Genannte zögert. Dann fährt er fort: „Und er hat gesagt:

Euer Herz ist voll Trauer.
Aber ich sage euch die Wahrheit:
Es ist gut für euch, dass ich weggehe.
Denn wenn ich nicht weggehe,
kommt der Tröster nicht zu euch.
Wenn ich aber gehe,
will ich ihn zu euch senden.
Und wenn er kommt, wird er der Welt die
Augen auftun über die Sünde und über die
Gerechtigkeit und über das Gericht.“
(Johannes 16,6b-8)

 

Viele unter ihnen beginnen zu lächeln. Allein die Erinnerung daran tat tut gut. Der Frohgemute ergänzt: „Und dann hat er uns gesegnet, bevor er in den Himmel aufgefahren ist.“

„Und alles ist wie vorher“, ergänzt ein weiterer Skeptiker.

„Nein, es ist eben nicht wie vorher“, ruft der Frohgemute. „Gott hat versprochen unter uns zu sein zu ein; uns zu stärken mit allem, was wir brauchen, damit Angst und Zweifel uns nicht überwältigen. Ihr habt es doch gehört.“

Keiner reagiert. Zumindest sagt keiner etwas. Stattdessen setzen sie ihren Weg langsam fort. Wieder langes Schweigen.

 

Schließlich hört man einen von ihnen murmeln. Es ist der Nachsinnende unter ihnen: „Tröster. Beistand. Fürsprecher. Lehrer. Ratgeber. Wohltuender.“ Der Freund neben ihm sieht ihn an: „Stimmt. So hatte Gott beschrieben, wie Er unter uns wirken wolle.“

Der Nachsinnende blickt auf: „Vielleicht tut Er es schon. Vielleicht ist Er genau an unserer Seite. Auch jetzt, in diesem Moment. Vielleicht merken wir es nur nicht, weil Gott deutlich unaufgeregter in uns wirkt, als wir denken.“

„Aber woran merken wir es dann?“, fragt der andere.

„Vielleicht“, schaltet sich ein weiterer Jünger ein, „an Menschen wie dem Frohgemuten, der einfach nicht aufhört, an das Gute zu glauben. Oder an Menschen wie dem Fels, der die Worte des Herrn so genau verstehen und weitergeben kann.“

„Oder“, ergänzt ein vierter, „an jenen Hilfsbereiten, die nicht müde werden sich für andere einzusetzen.“

„Oder“, schließt der Frohgemute, „im Glauben an die Worte des Herrn:

Ihr werdet erkennen, dass ich in meinem Vater bin, und ihr in mir und ich in euch.“ (Johannes 14,20)

 

Liebe Gemeinde,
in diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Christus in Ihnen spürbar sei, dass sein Licht und sein Wort Ihnen in
dunklen Stunden leuchten und sein Beistand Sie miteinander und mit Gott verbinden und erhalten möge.

Ihre Pfarrerin Franziska Roeber

 

 

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.

Psalm 118, 22

Ostern geht das Leben wieder los – unser Fest fällt in diesem Jahr mit dem Monatsbeginn April zusammen: dann ist Frühling, hoffentlich, dann haben wir uns von den Corona-Einschränkungen ein wenig freigestrampelt, hoffentlich. An die Auferstehung Jesu wird in jedem Fall gedacht und sie wird gefeiert.

 

Der Festtagspsalm ist der 118. – übrigens auch Pfingsten in anderem Zuschnitt - und in seinen Bildern wahrscheinlich vertraut: Mit dem Eckstein wird das Maß des Gebäudes gesetzt, an ihm richtet sich alles aus, alles muss zu ihm passen. Heutzutage wird Beton gegossen und alles passend gemacht, mit Natursteinen dagegen ist die Auswahl entscheidend. Das gilt erst recht, wenn es um ein Gewölbe geht, dann muss alles, vor allem der Schlussstein passen, sonst bricht alles zusammen.

 

Die Botschaft des Karfreitags war: Dieser Jesus mit seiner Botschaft passt nicht zum Leben, wie wir es sehen und wollen. Seine Beseitigung war deshalb nur konsequent: Er wird nicht nur übergangen und vergessen, sondern gezielt ausgeschieden aus dem, was unter Menschen Gültigkeit und Wert haben kann. Jesus mit seinen Ideen wird als lebensuntauglich denunziert und deklariert, er ist aus dem Baumaterial des Lebens ausgesondert, als untauglich verworfen: ohnmächtig, wirklichkeitsfremd und womöglich gefährlich, zumindest jugendgefährdend.

 

Ostern gibt es die Gegenbotschaft: Im Gegenteil, Jesus wird von Gott ins Recht gesetzt und als mächtig, zutreffend und hilfreich herausgestellt. Er wird nicht auf dem Schuttabladeplatz der Geschichte, sondern zur Rechten Gottes seinen Platz haben. Triumphierend singen seine Leute – und singen wir mit: zum Eckstein geworden. Nicht nur nachträglich dann doch gerade einmal noch tauglich befunden und wieder zugelassen, sondern nach ganz vorn sortiert.

 

Angesichts der manchmal so trüben Verfassung der Jesusleute ist das kühn. Ostern ist ein kühnes Fest: Da berufen sich dürftige und ohnmächtige kleine Leute auf ein Ereignis, das in der öffentlichen, unabhängigen Wahrnehmung kaum glaubwürdig aussieht: Auferstehung. Die Welt der Tatsachen hat ihr Urteil gesprochen und exekutiert. Die anderslautenden Berichte von Gottes Einspruch dagegen sind ein wenig wirr und widersprüchlich auch abgesehen von ihrer Grundbotschaft.

 

Dennoch – das ist eben auch nicht zu bestreiten – hat diese Botschaft über die Jahrtausende eine unglaubliche Kraft entfaltet: Menschen in ihren Bann gezogen, ihr Leben verändert und Verhältnisse bewegt. Die Wirklichkeit von „Kirche“ nach fast 2000 Jahren ist ein Osterbeweis.

Andererseits wird Ostern im Leben der sich zu Jesus bekennenden Menschen nur dann tragen, wenn es nicht nur um das große Ganze, sondern auch um je mein ganz eigenes Leben geht: Wer bin ich? Wofür lebe ich? Ostern heißt: Gott gibt mich nie und nimmer verloren, er hält zu mir auch gegen die ganze Walze der Mächte, die mir zuflüstern wollen: alles vergeblich, deshalb alles gleichgültig. Ich muss von mir aus nichts beweisen, das Leben steht nicht zur Bewährung und was ich nicht schaffe, schafft niemand. Nein: Am Anfang und über dem ganzen Leben steht Gottes österliches Ja. Er will mich. Und er will mich nicht als Irgendetwas, was ich aus mir erst noch machen muss, sondern als den und die, die ich bin.

 

Das alles hängt an dem, der sich zum Eckstein unseres Lebens macht: zum Halt- und zum Richtpunkt und Grund unseres Lebens. Seine Auferstehung ist unsere Auferstehung: ist Gottes Festhalten an uns gegen den Augenschein von Verlassenheit, ist Gottes Macht gegen all die anderen Mächte, die nach uns greifen und uns mit sich herabziehen wollen. Das Staunen über den zunächst weggeworfenen Stein, der nun zum Eckstein geworden ist, ist – wie es im Psalm im Anschluss sehr richtig und entscheidend heißt: „Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder in unseren Augen.“

 

In diesen schwierigen Zeiten wünsche ich Ihnen allen in diesem Jahr ganz besonders fröhliche und gesegnete Ostern! Und ich freue mich auf Sie hier oder dort auch in der Zeit danach, in der das analoge Begegnen hoffentlich wieder möglich sein wird.

 

Ihr Pfarrer Hartmut Scheel

Jeden Tag neu

Andacht zu 2. Mose 16

Manchmal kommt es mir vor, als wäre es unsere Geschichte – erst recht seit März des letzten Jahres: die Wüste, das endlose Wandern und Suchen, das immer wiederkehrende Klagen des Volkes wegen bedrohter Existenzen, und dann noch der einsame Führer, auf dem viel Verantwortung lastet. Als wäre es unsere Geschichte. Ich sehe die Menschen, die einander aus dem Weg zu gehen gezwungen sind, und denke an die bedrückende Stille bei den Einsamen. Ich sehe die Bemühungen der Führenden, und ich höre von nicht enden wollenden Notfallanfragen bei den einen und von wachsenden Stapeln unbezahlter Rechnungen bei den anderen. Eine Wüste für Leib und Seele. Hier wie dort.

Das Volk schrie damals zum Herrn:

 

2 Und es murrte die ganze Gemeinde der Israeliten wider Mose und Aaron in der Wüste.

 

3 Und die Israeliten sprachen: Wollte Gott, wir wären in Ägypten gestorben durch des Herrn Hand, als wir bei den Fleischtöpfen saßen und hatten Brot die Fülle zu essen. Denn ihr habt uns dazu herausgeführt in diese Wüste, dass ihr diese ganze Gemeinde an Hunger sterben lasst.

 

4 Da sprach der Herr zu Mose: Siehe, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen…

 

Mose muss nichts sagen, der HERR reagiert sofort. Mit Brot in der Wüste. Unser Brot in der Wüste wäre vielleicht der unverhoffte Anruf oder ein persönlich gepacktes Trostpäckchen, ein freier Tag, der auch wirklich frei sein darf, oder eine Spendenaktion gegen den drohenden Betriebsschluss. Aber man weiß nicht, ob es reicht. Denn auch das Brot in der Wüste damals reichte nur für genau einen Tag: für heute. Was morgen sein würde, blieb ungewiss. Es gab keine Planungen und keine Sicherheit. Es gab nur die Verheißung aus alter Zeit und die Versorgung für heute. Allein für heute war gesorgt.

 

Das ist ein riskantes Leben – und doch eines, in dem viel Verheißung steckt. Denn das, was das Leben wirklich bereichert, das kann man nicht horten: Liebe nicht und Mitgefühl nicht, Hilfsbereitschaft nicht und auch nicht das Eintreten füreinander. Diese brauchen wir jeden Tag und immer wieder neu. Gerade jetzt wird das deutlich. Und das Volk damals wurde tatsächlich trotz der Wüste ausreichend versorgt. Es hat sein Brot des Lebens bekommen. Jeden Tag neu und für jeden einzelnen genügend. Und Gott war mitten unter ihnen:

 

9 Und Mose sprach zu Aaron: Sage der ganzen Gemeinde der Israeliten: Kommt herbei vor den Herrn, denn er hat euer Murren gehört.

 

10 Und als Aaron noch redete zu der ganzen Gemeinde der Israeliten, wandten sie sich zur Wüste hin, und siehe, die Herrlichkeit des Herrn erschien in der Wolke...

 

Das wünsche ich mir, dass wir das wahre Brot des Lebens erhalten und zu schätzen wissen – jeden Tag neu und auch in der Krise. Und ich wünsche mir, dass unser Füreinander wachse und Früchte trage gerade im Blick auf die bedrohten Existenzen und mit Gott in unserer Mitte – so wie damals in der Wüste, in jener Geschichte, die auch unsere ist.

Gott behüte Sie,

Ihre Pfarrerin Franziska Roeber

Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.

Sacharja 9,9b

Dies ist der Gemeindegruß, der Sie auf Weihnachten einstimmen soll, ohne dass irgendjemand von uns weiß, wie das in diesem merkwürdigen Jahr gehen soll. Wir hoffen alle darauf, dass bald wieder Normalität einkehrt, und möglichst viel davon schon zum Advent und erst recht zum Fest.

 


Den Blick auf das Licht am Ende des Tunnels richten – davon lebt die Adventszeit ja sowieso. Das ist uns ein wenig verloren gegangen, das Schummerlicht der Weihnachtsmärkte und auch auf den Adventskränzen mit eigenem Gewicht lenkt von diesem zielgerichteten Blick auch ein bisschen ab. Obwohl Vorfreude nicht verkehrt ist. Es geht aber um dieses alles Verändernde, dieses Grundstürzende und Aufrichtende, das der Tunnelblick aufleuchten lässt. Mit dem, was uns Weihnachten zeigt, fängt alles neu an.

 

rgendwann habe ich in einer Quizshow eine 100.000 € - Frage – also gaaanz schwer - miterlebt: Wann fängt das Kirchenjahr an? Zur Auswahl standen Totensonntag, 1. Advent, Weihnachten und Ostern. Dabei weiß das jeder mittelmäßige Konfirmand: Es geht um dieses Licht, und wenn es in den Blick kommt, gehen wir los. Sogar unsere säkularen Kalender richten sich nach Weihnachten, haben also denselben Angelpunkt. Dass der Februar als ursprünglich letzter Monat bis heute der Schaltmonat bleibt, ist ein Rudiment aus dem alten römischen Kalender, der im März losging. Und die lateinischen Zahlen später im Jahr führen jetzt in die Irre.

 

Wir Republikaner machen unsere Hoffnung auf bessere Zeiten sicher nicht mehr wie in biblischen Zeiten an einem König fest. Aber integere Verantwortliche, denen wir für dieses Verantworten auch ein gerüttelt Maß an Macht zugestehen müssen, wären schon schön. Wir dürfen uns nichts vormachen: Unsere Politiker sind vielen Kräften ausgesetzt, die an ihnen zerren, die zuflüstern und drohen, die Einfluss nehmen und Rücksicht einfordern. Es ist nicht leicht, dort Kurs zu halten, gerecht und hilfreich zu entscheiden. Es ist auch für uns Wähler nicht einfach, zwischen Versprechungen und Drohungen, was alles passieren könnte, wenn die falsche Frau oder gar der ungeeignete Mann die Macht in die Hände bekäme, das richtige Kreuz zu machen.

 

as der alte Prophet Sacharja verspricht ist solch ein schwer vorstellbarer, unbestechlicher und zugewandter Mächtiger, der deshalb auch nicht demonstrativ mit einer seinen Status anzeigenden Karosse vorfährt – damals vielleicht ein feuriges Pferd – sondern mit dem Drahtesel zu uns kommt. Der Esel begegnet beim Propheten im nächsten Atemzug: Er wird einer von uns sein, nicht abgehoben und besonders, sondern an unserer Seite.

 

Der Esel beim alten Sacharja – übrigens ein anderer als im Stall von Bethlehem – macht den Bruch schon deutlich: Der heiß Ersehnte und Erhoffte kommt ganz anders, als er ersehnt und erhofft worden ist: Nicht mit Macht und Gewalt, die alles überschwemmen und mitreißen, sondern eher sanft und vorsichtig, als wäre unsere Welt zerbrechlich. Sie ist zerbrechlich, das erleben wir gerade wie lange nicht mehr. Nicht mit Pauken und Trompeten reitet er ein, sondern nur mit einem kaum wahrnehmbaren Engelsgesang. Aber eben doch strahlend hell, alles in ein nie dagewesenes Licht tauchend. Schon die Ankunft macht klar, was der Kern der Botschaft sein wird: Es geht um euch, es geht um euer Menschsein, um eure Würde! Und wenn um diese Würde und all ihre Ersatzdrogen nicht mehr gerungen werden muss, weil er für sie einsteht, dann ist unsere Welt eine andere.

 

hnen allen wünsche ich dieses Licht am Ende unserer Tunnel: eine gesegnet Adventszeit und frohe Weihnachten – und dass Sie diese Fröhlichkeit mitnehmen können in ein gutes, richtig gutes neues Jahr!

Ihr Hartmut Scheel

Vom Suchen nach dem Besten

Durch die Hintertür hat der Herbst Einzug in unsere Stadt gehalten. Unmerklich wird es jeden Morgen ein wenig dunkler, tagsüber ein wenig stiller, abends gehen früher die Straßenlaternen an. Die Menschen haben sich an die vielen veränderten Bedingungen weitestgehend gewöhnt: Abstand halten, kein Händeschütteln, Rücksicht, Hygienemaßnahmen. Manches davon wirkt steriler und unpersönlicher, aber viele bemühen sich um alternative Formen, um die schwerwiegenden Verordnungen lebbar zu machen. Und der Alltag geht weiter – trotz Corona und mit Corona. Bald feiern wir Erntedank, die nächsten Schulferien stehen schon vor der Tür, dann gleiten wir bereits in die Novemberzeit mit ihren vielen Zeichen von Abschied und Neubeginn.

 

Auch in unseren beiden Kirchengemeinden läuft die Uhr weiter. Ich werde mich bald verabschieden – zumindest für eine Weile, denn ich erwarte ein Kind und werde mit den Herbstferien in den Mutterschutz gehen. Die Pfarrstelle in Baumschulenweg ist längst ausgeschrieben – wir warten ab, wer dort als nächstes kommt und wann. In Johannisthal haben die Planungen für das kommende Jahr begonnen. Dann darf die Gemeinde ihr 100jähriges Bestehen feiern.

 

Aber jetzt soll es ruhiger werden, denn der Herbst hat ja durch die Hintertür Einzug gehalten und fordert zu einem langsameren Tempo auf. Es ist die Zeit, in der man Luft holen, Abstand nehmen und hinhören darf auf das, was um uns herum geschieht. Woran haben wir Anteil? Was können, was würden wir gerne tun für die Menschen um uns und für diese Stadt?

 

Suchet der Stadt Bestes!

 

Mitten in Zeiten einer tiefen Krise wendet sich der Prophet Jeremia tröstend an die Seinen. Er spricht Worte, die ihm Gott in den Mund gegeben hat. Dabei richtet er sich nicht an diejenigen, die in der Heimat zurückgeblieben sind. Sondern er schreibt an die in der Fremde. Sie sind fortgeführt worden, leben im Exil in einer ihnen gänzlich unvertrauten Stadt, in der sie nichts zu sagen und nicht viel auszurichten haben. Jeremia weiß, dass sich daran so schnell nichts ändern wird. Aber mitten hinein in diese triste Situation eröffnet der Prophet den Menschen neue Perspektiven. Er zeigt, dass für sie selbst in dieser Lage noch Handlungsspielraum besteht. Zwar werden sie sobald nicht das Exil verlassen, aber sie können sich darin einrichten: Häuser bauen, Gärten anpflanzen, Früchte daraus essen, Kinder kriegen, all ihre Fähigkeiten in und für diese Stadt einbringen. Es ist ein lauter Ruf gegen die Resignation:

 

Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn; denn wenn’s ihr wohl geht, so geht’s euch auch wohl. (Jeremia 29,7)

 

Jeremia singt ein Hoffnungslied: Die Zeit in dieser Stadt ist nicht vergebens. Sie soll gestaltet werden, betend und handelnd, mit guten Ideen und einem freundlichen Miteinander. Denn Gott ist und bleibt bei allen, die jetzt noch betrübt und verloren scheinen – trotz allem. Er hat freundliche Absichten für sie: Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.

 

Jeremias Hoffnungslied eröffnet neue Ausblicke. Solch ein Blickwechsel kann äußerst erfrischend und ermutigend wirken, denn er schenkt neue Kraft für‘s Handeln im Hier und Jetzt. Auch wir sind eingeladen, das Leben in der Krise aktiv mitzugestalten. Und hoffnungsfroh machen wir uns auf in Richtung Advent!

 

Bleiben Sie behütet!

Ihre Julika Wilcke

Angedacht

Wir sitzen mit Abstand und bedeckten Nasen. Nur unsere Augen sind für die anderen sichtbar und verraten etwas von der großen Freude darüber, dass nun endlich nach Monaten der sozialen Enthaltsamkeit und dem Verzicht auf lebendige Veranstaltungen der Sommer mit seinen ersten Konzerten eingekehrt ist.

 

Geh aus, mein Herz, und suche Freud‘ / in dieser lieben Sommerzeit / an deines Gottes Gaben. / Schau an der schönen Gärten Zier / und siehe, wie sie mir und dir / sich ausgeschmücket haben.

 

Wir summen. Singen ist noch immer nicht erlaubt. Aber wie wunderbar ist es, zu den zarten Klängen der Gitarre und der Geige die eigene Stimme im Chor vieler anderer eine so vertraute Melodie aufgehen zu lassen. Um mich herum fange ich gelöste Blicke ein. Der Moment rührt mich an, und ich bin nicht allein. Die gesummte Melodie trägt alle Strophen des Paul-Gerhardt-Liedes zugleich in sich. Sie erzählt von der sommerlichen Lebensfreude, vom Glück über die Natur, die Bienen und Blumen, die Wälder und Weinstöcke, die verschiedenen Vögel und die rauschenden Bäche. Und sie erzählt so viel auch über uns selbst. Diese Melodie trägt nicht nur Ausgelassenheit und Überschwang, sondern auch die Schatten des zurückliegenden Winters, unsere Tränen, unsere Ängste.

 

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.“ (Psalm 139, 14)

 

Auch dieser Vers ist Teil eines alten Liedes. Es ist ein Lied, dass das Staunen über Gottes vielfältige Schöpfung mit allen ihren Seiten aufgreift.

 

Möge der Sommer trotz aller Beschränkungen, trotz aller Sorgen um die Zukunft klingen! Stimmen Sie Lieder an, alte und neue, lassen Sie Melodien durch Ihre Gedanken schwingen! Vielleicht sind auch diese Verse mit dabei.

Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen allen

Julika Wilcke

Die Häuser Gottes

Liebe Gemeinden,

während ich diese Zeilen schreibe, liege ich kränkelnd auf dem heimischen Sofa. Um mich herum ist es still geworden.

 

Wenige Geräusche dringen von draußen zu mir hinauf. Daran habe ich mich fast gewöhnt: Seit Wochen ist es irritierend still in unseren Straßen. Nur wenige Autos sind unterwegs, Cafés, Galerien, Kneipen liegen schon lange geschlossen da. Allein die Fahrräder haben gerade Hochkonjunktur – besonders bei Sonnenwetter. Auch ich ziehe mittlerweile das Fahrrad der S-Bahn vor, um nach Baumschulenweg oder Johannisthal zu gelangen. Es ist eine lange Strecke, aber ist sie mir vertraut geworden. Sie führt mich durch Mitte, Kreuzberg, Alt-Treptow. Erleichtert atme ich auf, wenn ich die Köpenicker Straße verlassen darf – dort fahren mir zu viele Lastwagen. Ich habe das Stück Mauerradweg entdeckt, das sich am Heidekampgraben entlangschlängelt. Und ich genieße die Ruhe der Königsheide und Begegnungen mit unterschiedlichsten Spaziergängern. Ich habe endlich den kleinen Amphibienteich entdeckt und lenke meinen Weg daran vorbei, wann immer mir die Zeit dafür bleibt.

 

Aber nun erlebe ich zum ersten Mal während der ganzen Corona-Zeit am eigenen Leib, wie es ist, das Haus nicht mehr verlassen zu können, auf Botengänge durch andere angewiesen zu sein. Ich merke, wie trist es sein kann, die Außenwelt nur noch durch Fensterscheiben wahrzunehmen. Andere erzählen mir, wie das Wetter ist, wo neue Baustellen entstehen oder wem sie unterwegs begegnet sind. Dabei weiß ich ja, dass ich bereits in einigen Tagen wieder das Haus verlassen kann.

 

Da kommen mir viele Menschen aus unseren Gemeinden in den Sinn – an sie habe ich schon die letzten Wochen oft gedacht, mit manchen habe ich telefoniert oder bin ihnen in unseren offenen Kirchen begegnet. Aber so viele habe ich auch wochenlang weder gesehen noch gesprochen. Während ich matt am Fenster stehe und auf das Leben dort unten hinabschaue, habe ich diese Menschen vor Augen: Ältere, Alleinstehende, Geschwächte, auch Kinder, Jugendliche, Berufstätige, Einsame, Überlastete, die allesamt nicht wissen, wie es weitergehen wird. Und jede, jeder von ihnen ist mit eigenen Fragen oder Zweifeln allein.

 

Manche von Ihnen haben vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht – angewiesen auf die Unterstützung durch andere, untätig die Zeit verbracht. Einige hat es schwerer getroffen. Sie haben neben der Abgeschiedenheit auch noch Beschwerden zu ertragen, leben isoliert in Pflegeheimen oder Krankenhäusern. Wieder andere wissen gar nicht, wo ihnen vor lauter Verpflichtungen der Kopf steht.

 

Im ersten Buch der Könige betet König Salomo anlässlich der Einweihung des Tempels zu Gott. Dabei hinterfragt er auch den Sinn eines solchen Gotteshauses. „Sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen – wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe?“ (1 Kön 8, 27) Brauchen wir Gotteshäuser, brauchen wir überhaupt Kirchen, um uns an Gott zu wenden in unsere Not und Angst, im Danken und Loben? Für Salomo bot dieser Ort die Möglichkeit, zu Gott in Beziehung zu treten, in guten und vor allem auch in schlechten Zeiten. Dieses Beziehungsgeschehen hat zwei Richtungen. Menschen dürfen sich an Gott wenden, und sie können darauf hoffen, dass Gott sie hört und sich um sie kümmert.

 

Sorgen und Widrigkeiten kommen in diesem Gebet verdichtet zur Sprache: „Wenn eine Hungersnot oder Pest oder Dürre oder Getreidebrand oder Heuschrecken oder Raupen im Lande sein werden oder sein Feind im Lande seine Städte belagert oder irgendeine Plage oder Krankheit da ist – wer dann bittet und fleht, es sei jeder Mensch oder dein ganzes Volk Israel, die da ihre Plage spüren, jeder in seinem Herzen, und breiten ihre Hände aus zu diesem Hause, so wollest du hören im Himmel, an dem Ort, wo du wohnst, und gnädig sein und schaffen, dass du jedem gibst, wie er gewandelt ist, wie du sein Herz erkennst – denn du allein kennst das Herz aller Menschenkinder –, auf dass sie dich fürchten allezeit, solange sie in dem Lande leben, das du unsern Vätern gegeben hast.“ (1 Kön 8,37-40).

 

Ein Haus kann Gott nicht fassen. Das weiß schon Salomo, bei aller Pracht und Herrlichkeit seines frisch errichteten Tempels. Jenes Haus – es ist doch vor allem ein Ort, an dem Gottes Gegenwart vermutet wird. Es zeigt die Richtung an, von der her sein Hören und Handeln angenommen werden – und seine Zuwendung uns gegenüber, die wir darauf so angewiesen sind. Das Haus ist ein Symbol für Gottes gnädiges Dasein für die Menschen.

 

„Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder.“ – So wiederholt es der Juni-Monatsspruch aus jener Episode vor dem Tempel. Er spricht in diese verrückte, einsame, verwirrende Zeit einer globalen Pandemie hinein. Denn er markiert die Gegenrichtung unserer Gebete: Gott weiß um uns. Er sieht uns, ganz gleich, wo wir uns befinden und in welchem Gemütszustand. Er kennt unsere Herzen und sieht auf sie, auch wenn sie sich gerade nicht um ein Gotteshaus, in einer Kirche versammeln.

 

Es ist schön, die vielen Kirchen unserer Stadt um sich zu haben. Wenn ich an meinem Fenster stehe, höre ich um 18 Uhr das Geläut der benachbarten Kirchen. Die Glocken verbinden uns, auch in Zeiten, in denen das Feiern gemeinsamer Gottesdienste noch mit Fragezeichen versehen bleibt. Sie trösten über Distanzen hinweg. Als Botschafter unserer Gotteshäuser vergewissern sie uns, dass Gott die Herzen seiner Menschenkinder kennt und sich ihrer annimmt, gerade dann, wenn sie sich vergessen und verlassen fühlen.

Ihre Julika Wilcke

 

Zeit der Aufbrüche

Wo sind Sie gerade? Wie geht es Ihnen? Haben Sie noch Kontakt zur Außenwelt?

Draußen sprießt jetzt alles wieder. Bäume wechseln von einem vorsichtig-zarten Hellgrün zum satten Dunkelgrün. Die Frühjahrsblüher weichen den Blüten der Vorsommerzeit. Es zwitschert und summt – und doch ist alles ganz und gar anders als noch vor kurzem. Seit einigen Wochen treibt ein neuartiges Virus sein Unwesen. Es erobert Staaten und Kontinente, es verbreitet sich rasend schnell, fordert auch Todesopfer und lähmt das öffentliche Leben. Menschen isolieren sich, leben in der Vereinzelung und in Sorge um die Zukunft. Zwischen Solidarität und Misstrauen gegenüber ihrem Nächsten schleichen sie durch die Tage oder bleiben ängstlich, wo sie sind.

Nichts ist so, wie es vorher war.

Völlig unpassend hierzu sehen wir, wie die Städter auf Liegestühlen ihre Gesichter den ersten sommerlichen Strahlen entgegenstrecken: ohne Jacke, ohne Schal. Das Fahrrad hat Hochkonjunktur: Es mindert die Infektionsrate und lässt einem die warme Briese hautnah genießen. Kinder wollen sich endlich wieder nachmittags auf den Spielplätzen verabreden. In der dunklen Jahreszeit war dies nicht möglich. Jetzt ist es vielerorts verboten. Wo sind die altvertrauten Bahnen geblieben, in denen der Jahreskreis bisher verlief?

Hier in Berlin spürt man sehr deutlich, dass es nichts mehr im gewohnten Trott läuft. Dieser Tage sind es die Auswirkungen einer gefährlichen Pandemie, die uns das vor Augen führen. Bange schauen wir in die Zukunft.

Der Pfarrsprengel Oberspree-West steht vor neuen Zeiten. Die Pfarrwahl in Treptow musste vorerst verschoben werden. Auch unsere beiden Gemeinden werden zukünftig Umbrüche erleben. Pfarrstellen sollen neu besetzt werden, Abschiede vom Alten und Gewohnten stehen vor der Tür, begleitet von Enttäuschungen und Verletzungen, aber ebenso von großen Erwartungen und Hoffnungen für die Zukunft. Die Jugendlichen ziehen in diesen Tagen aus dem Hexenhaus aus. Sie wollen sich neue Räume erobern, sich einrichten, um wieder ein Gefühl von Beheimatung und Verbundenheit zu finden. Manche trauern vielleicht dem Alten nach, aber andere freuen sich darüber, dass nun frische Wege begangen werden können. Unsicherheiten und Chancen – sie gehen oft miteinander einher.

Mitten in diese Zeit bricht das Osterfest über uns hinein. Es durchkreuzt alles, was sich gerade eingespielt hat: die Passionszeit, den üblichen Lauf der Dinge, alle Unzufriedenheiten und Fragen in unseren Gemeinden, auch alle Ängste und Befürchtungen dieser Zeit. Ostern stellt auf den Kopf, was eingefahren ist. Ostern geht den umgekehrten Weg: Es beginnt beim Tod und endet mit dem Leben.

Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich (1.Korinther 15,42).

Verwesliches. Im Grunde umgibt es uns allerorten. Besonders frustrierend finde ich den Anblick der zermatschten Frühjahrsblüher. Was die ersten Sonnenstrahlen so verheißungsvoll entfaltet, fällt bei Wärme sofort in sich zusammen. Verwesliches Leben, verwesliche Gedanken, verwesliches Handeln und Verwesliches im Miteinander. Aufblühen und Vergehen, Gutes und Schlechtes, so kennen wir es, denn genau das sind die Regeln unseres Alltags, unserer Wirklichkeit. Das normale Alltagsleben hat keinen Bestand. Ein wenig haben wir uns an diesen natürlichen Lauf der Dinge gewöhnt. Und doch ist es bedrohlich, wenn nicht nur die Frühjahrsblüher zerfallen, sondern uns auch ganz basale Dinge wie die Gespräche an der Bushaltestelle oder das Treffen beim Sport wegfallen. Neben manchem freundlichen Lächeln dieser Tage sehen wir übergroße graue Wolken am Himmel unserer Zukunft, weil alle Gewohnheiten ins Wanken geraten.

Aber was, wenn es dann auf einmal anders kommt – wenn Ängste sich unverhofft nicht erfüllen, wenn sich unsere Gesellschaft als tragfähig erweist, wenn es Hilfe und Solidarität für die Schwächeren gibt? Auf vielfältige Weise zeigt sich die Welt in neuem Licht. Ostern macht es uns vor. Der Morgen beginnt auf dem Friedhof, dem Ort, der von Tod und Abschied erzählt wie kein anderer. Dort begrüßen wir alljährlich das Licht des Ostermorgens. Es strahlt über all dem, was tot darniederlag. Es zeigt uns das Leben in einem neuen Schein – dem leuchtenden Hoffen auf eine Auferstehung.

Mit Ostern überwindet Christus für uns all das, was uns quält und belastet. Er öffnet unseren Blick für die Zukunft, die uns im Moment noch ungewiss und bedrohlich vor Augen steht. Er bietet uns den Trost an, den wir heute und morgen nötig brauchen – unerwartet, fernab vom täglichen Hoffen und Bangen. Die Kirchenglocken erinnern uns daran. Wenn wir in diesen Tagen auf all unsere gewohnten Begegnungen verzichten müssen, so verbindet uns der helle Klang der Glocken untereinander. Er ruft uns zu Gebet und Besinnung, er versammelt uns virtuell, versichert uns, dass wir nicht allein sind und lässt uns hoffen auf die Tage, an denen wir uns in unseren Kirchgebäuden wiedersehen werden. Hören Sie mittags um 12 Uhr oder abends um 18 Uhr das Geläut, fühlen Sie sich eingeladen, einen Moment zu verweilen, ein Gebet zu sprechen – vielleicht das Vater Unser –, ein Lied zu singen und sich zu vergegenwärtigen, dass wir eine Gemeinschaft sind, die miteinander glaubt und hofft! Ostern kommt trotz Virengefahr und Quarantäne.

Einen zuversichtlichen Blick auf diese Tage und gesegnete Ostern wünscht Ihnen

Ihre Julika Wilcke

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